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30.03.2011
Liebe Sportfreunde,
am 6. April 2011 findet der diesjährige Jugendverbandstag des HFV statt. Ein Hauptthema wird das Ansinnen sein, die bisherige Auf- und Abstiegsregelung zu kippen. Diese Initiative wird von uns und vielen anderen, vor allem kleineren Vereinen im HFV, unterstützt. Aus diesem Grund veröffentlichen wir nochmals unseren bereits im August 2010 erschienenen Artikel zum Thema:
Seit 2007 gibt es sie nun schon: Die Reform der Auf- und Abstiegsregelung im Jugendfussball. Die Folgen: Es kommt in den Sommermonaten zu abstrusen Abwerbungskampagnen, Mannschaften lösen sich auf, weil Ihnen der sportlich erstrittene Aufstieg verwehrt bleibt oder wandern komplett zu den Grossvereinen ab, die damit noch attraktiver werden als sie es ohnehin schon sind. Vereine versuchen mit völlig unterlegenen Teams die ererbten Plätze zu halten und scheitern grandios. Jüngstes Negativbeispiel sind hierbei die armen Jungs von HT 16, die in diesem Jahr mit der sagenhaften Tordifferenz von -406 Toren aus der C-Verbandsliga abstiegen. Der Umstand, das jeweils 2 Jahrgänge in einer Leistungsklasse spielen (in der C-Jugend sind dies z. B. in diesem Jahr die Jahrgänge 1996 und 1997) führt zu extremen Leistungsunterschieden innerhalb der gleichen Spielklasse.
Was dies für einen kleinen Verein wie den unseren im Klartext bedeutet, möchte ich anhand eines Beispiels verdeutlichen:
Der 1998er Jahrgang von Trainer Marco Spangenberg spielt derzeit in der Bezirksliga. Nehmen wir mal an, die Jungs spielen eine tolle Saison, kämpfen sich durch alle Instanzen und steigen in die Landesliga auf. Dann würde unser 1999er Jahrgang, der z. Zt. aus 10 Spielern besteht und auf 7er-Feld spielt, den Platz erben. Wir ständen dann vor der Wahl, entweder schnellstens anderswo Spieler abzuwerben oder auf den Platz zu verzichten. Marcos Mannschaft hingegen müsste im nächsten Jahr wieder in der Bezirksliga anfangen. Dies hätte wiederum zur Folge, dass es uns wahrscheinlich sehr schwer fallen würde, die Leistungsträger dieses Teams zu halten.
Mit anderen Worten:
Selbst wenn wir mal ein Ausnahmeteam hätten, dass fähig wäre auch in die höheren Klassen des HFV vorzustossen, wäre im Prinzip in der Bezirksliga Schluss. Da die leistungsstärksten Spieler regelmässig den Verein verlassen ist es spätestens ab der C-Jugend ein sehr schwieriges Unterfangen, die Mannschaften am Leben zu erhalten. Schaut man sich bei den kleinen Vereinen im Umkreis um stellt man mit erschrecken fest, dass es ab der C-Jugend quasi kaum bis gar keine Teams mehr in den Jugendabteilungen der Vereine gibt.
Dies hat auch Auswirkungen auf den Herrenfussball – keine A-Jugend kein Nachwuchs! Ein Umstand der bei Wespe in den nächsten drei Jahren Realität ist. Als Folge müssen die Talente für die beiden Ligateams woanders hergeholt werden.
Langfristig kann dies aus meiner Sicht nur zu einem langsamen Aussterben der kleinen Vereine führen, da Ihnen die Leistungsfähigkeit sowohl im Jugend- als auch im Herrenbereich genommen wird.
Von Werten wie Vereinstreue und Identifikation mal ganz zu schweigen.
Die extrem negativen Folgen besonders für die kleinen Vereine, hat der Quickborner Jugendtrainer Jan Ketelsen in einem offenen Brief an den HFV sehr gut dargestellt.
Ich möchte jeden auffordern Ihn bei seiner Initiative zu unterstützen:
Offener Brief an den Hamburger Fußballverband – Sachbereich: Jugend
Mit sportlichen Grüßen
Patrick Wellmann
Trainer 1. C-Jugend, stellv. Jugendleiter und Webmaster von Wespe-Online




Hallo Patrick,
super und treffender Bericht…es ist so traurig, aber wahr…dem müssen wir entgegen wirken und den offenen Brief von Jan Ketelsen unterstützen/-schreiben!!!
danke für den guten beitrag und die unterstützung.