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Vorab ein kleiner historischer Ausflug nicht nur für “Nicht-Hamburger”, denn in und um Hamburg weiß jeder Fussballer wer “Wespe” ist – aber auch warum ?

…ob sie der Grund war?

 

Es begab sich in einer Zeit, als die Presse (Print-Medien) noch intensiv über den Amateursport und -fussball berichtete. Da machte ein Sportjournalist (vielleicht auch ein Fehlerteufel) aus den “Eimsbüttlern aus dem Westen” (Eimsbüttel ist ein Stadtteil im Westen von Hamburg) die “Eimsbüttler Wespen”.

Damit war der Name “Wespe” geboren und heute (anno 2003) ist auch endlich Wespe “online”.

Lange vorher – am 05. April 1923 wurde unser Verein gegründet.

Wie es dazu kam und wie es dann weiterging, könnt Ihr hier nachlesen:

Der Fussballsport nahm zum Beginn der 20ger Jahre einen gewaltigen Aufschwung und wurde zum populärsten Sport in Deutschland. Neben den schon bestehenden Vereinen wurden neue gegründet, u.a. auch der S.V. West-Eimsbüttel von 1923 – später auch Wespe genannt.

 Fussball in den zwanziger Jahren

 

Fast jede Straße hatte eine Straßenmannschaft, die gegeneinander spielten. Jede Schule hatte eine Schulmannschaft, die um die Hamburger Meisterschaften spielte. Die Lutterothstraße war eine der ersten Asphaltstraßen, also ein wunderbarer Spiel- und Sportplatz. Das Mittelsiel und der Kantstein waren die Pfosten. Die Bälle waren reine Kunstwerke aus Lumpen, Zeitungspapier und Bindfäden.

Elf jungen Leuten war der Straßenverein zu wenig. Sie wollten einen richtigen Verein gründen. Drei Bedingungen mußten erfüllt werden: Name des Vereins, eine Vereinstracht, die sich von den bereits bestehenden unterscheiden mußte und ein Sportplatz mußte nachgewiesen werden.

Der Name S.V. West-Eimsbüttel wurde am Gündungstag festgelegt. Eine entsprechende Tracht zu finden war schon schwieriger. Einige Gründer des Vereins waren ehemalige Unioner. Am Kreutzweg spielte Union 03 gegen den international bekannten Verein Makabbi Brünn. Dieser hatte schwarze Hosen und ein blau weiß gestreiftes Jersey. Einige Gründer hatten das Spiel gesehen. Diese Tracht gab es noch nicht in Hamburg und Wespe hatte seine blau weiß schwarzen Farben.

 

Alter Eingang von Hagenbecks Tierpark

 

Der Sportplatz war das größte Problem. Vom Hamburger Staat war nichts zu erwarten, es war ja Inflationszeit. Ein Fußball kostete ,,Wespe“ 25.000 Mark. Der Tierpark Carl Hagenbeck war bis Anfang der 20er Jahre verbunden mit dem Vergnügungspark von Hugo Haase, der 1921/22 abgerissen wurde. Der Buchhalter von Hagenbeck wohnte in der Lutterothstraße und wußte von unseren Platzsorgen. Er vermittelte ein Gespräch zwischen Carl Hagenbeck und unseren jungen Leuten. Kostenlos wurde dem neuen Verein ein entsprechender Platz auf dem frei gewordenen Gelände zur Verfügung gestellt.

Bei den Menschen zwischen Schule Lutterothstraße und Stephanskirche in Hamburg-Eimsbüttel brach eine wahre Begeisterung aus. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir 200 Mitglieder und alle halfen mit den Platz herzurichten.

Eine Eiche von gut 1 m Durchmesser, die 8 Meter im Spielfeld stand, konnten wir nicht fällen. Der Verband gab die Zustimmung zu dem Platz mit der Auflage, dass die Eiche im nächsten Jahr entfernt wird. So ein Fußballplatz war wohl einmalig und die Jungs hatten es schnell raus, die Eiche als 12.Mann und als Bande zu benutzen.1925 wurde die störende Eiche mit Hilfe von zwei Elefanten gefällt und beseitigt. 1926 wurde uns der Platz gekündigt, da der Tierpark vergrößert werden sollte. Nach einer Zwischenstation auf einer zu kleinen Wiese im Niendorfer Gehege bekamen wir 1929 den Wolfgang-Meyer-Platz an der damaligen Kaiser-Friedrich-Straße (heute Hagenbeckstraße).

Die 1. Herren-Mannschaft hatte alle zwei Jahre den Meister gemacht in der C, B und .A Klasse. 1929/30 stiegen wir in die Bezirksklasse auf. 1938/39 machten wir den Meister in dieser Klasse und spielten mit Sperber und V.F.B. Kiel um den Aufstieg in die Gauliga (nach dem Krieg -> Oberliga). Mit Sperber belegten wir den 1.Platz aber Sperber hatte zwei Tore mehr geschossen und stieg in die Gauliga auf.

Von der damaligen Meisterschaft fielen sieben Spiele dem Krieg zum Opfer. 1939 mußte „Wespe“ den Wolfgang-Meyer-Sportplatz verlassen und zum Stellinger Stadion wechseln, da die Wehrmacht das Gelände für ihre Flakstellungen benötigte.

 Das Stellinger Stadion

 

Nach dem Krieg spielten wir etliche Jahre erstklassig in Hamburg. Als am 14.November 1948 erstmalig das Fussball-Toto ausgespielte wurde, standen wir mit der Begegnung gegen SSV Rantzau-Barmstedt erstmalig (letztmalig) auf dem Wettschein und trieben die Quoten in die Höhe.

Zuletzt stiegen wir mit der 1. Herren in den Spielzeiten 1993/94 und 1997/98 in die Landesliga auf.

Wespe gehört auch zu den Gründungsvereinen der A-Jugend-Oberliga. Trotz hervorragender Jugendarbeit mussten wir uns nach vier Jahren dem Budget des Bundesliga-Nachwuchses der Grossen geschlagen geben. Leistungsträger wurden abgeworben und der eigene Nachwuchs blieb aus.

Wir gehören mit unseren rund 300 Mitgliedern sicherlich nicht zu den Grossen im Vereinssport.

Aber auch ohne fettes Budget haben wir Dank der Leistung unserer aktiven Sportler und fast ausschließlich ehrenamtlichen Mitgliedern schon ansehnliche Erfolge erzielen können.

Was sich aktuell bei unseren Jugend- und Herrenmannschaften im Fussball abspielt, ist auf den entsprechenden Seiten dokumentiert.
Dort seht Ihr auch, was unsere Tischtennis-Mannschaften so treiben.

Im Fussball erreichten wir unseren sportlichen Höhepunkt mit den Aufstiegsspielen zur höchsten Norddeutschen Spielklasse und fanden uns sogar schon auf dem Wettschein vom Fussball-Toto wieder.

Wespe gehört zu den Gründungsvereinen der A-Jugend-Oberliga und wurde mehrfach für die vorbildliche Jugendarbeit ausgezeichnet !

Foto Wespe: © JPW.Peters / PIXELIO
Foto Stellinger Stadion: Dank an TSV Stellingen 88 für die Leihgabe